Ein Safe Space braucht gute Wege dorthin

Ruhe finden, Unterstützung bekommen, den nächsten Schritt selbst bestimmen: Dafür braucht es geschützte Orte und qualifizierte Menschen. Für Volksfestveranstaltende gehört dazu die Frage, wie Gäste mit diesem Angebot in Kontakt kommen.

Im Safe Space der Aktion „Sichere Wiesn“ unterstützen Psychologinnen und Sozialpädagoginnen Mädchen und Frauen, die verunsichert, bedroht oder von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Zum Angebot gehören Beratung, Unterstützung beim Heimweg und bei Bedarf Begleitung zur Polizei. Die Aktion beschreibt auf ihrer Website zugleich Grenzen ihrer räumlichen und personellen Kapazität. Beides gehört zusammen betrachtet: die Leistung der Fachkräfte und die Ressourcen, die sie dafür brauchen. Angebot der Sicheren Wiesn

Aus diesen Angaben lässt sich nicht ablesen, wie viele Menschen Unterstützung benötigen, ohne sie zu erreichen. Sie geben aber Anlass, die Zugänge zum Angebot gemeinsam mit den Verantwortlichen zu betrachten.

Ein Ort, mehrere Zugänge

Eine Person möchte vielleicht direkt in einen geschützten Raum gehen. Eine andere braucht Begleitung dorthin. Wieder eine andere möchte zunächst schreiben und klären, welche Unterstützung möglich ist. Für die Planung lohnt es sich, diese unterschiedlichen Wünsche durchzuspielen.

Wie mehrere Zugänge zusammenkommen können, zeigt Landsberg. Für den zweiten Wiesn-Samstag am 20. Juni 2026 kündigte das Landratsamt erstmals einen Safe Space an. Die Pressemitteilung beschreibt mobile Awareness-Teams, einen ausgeschilderten Rückzugsort und QR-Codes, die auf das Angebot aufmerksam machen. Veranstaltungsorganisation und Sicherheitsdienst sind eingebunden. Welche technische Funktion hinter den Codes steckt, erläutert die Mitteilung nicht näher. Landkreis Landsberg

Bemerkenswert ist die Verbindung: Menschen sind auf dem Gelände ansprechbar, ein Rückzugsort steht bereit, und Informationen machen das Angebot sichtbar. Daran lässt sich bei der Planung weiterer Volksfeste anknüpfen.

Zugänge, die im Veranstaltungskonzept zusammenwirken können

Erster Kontakt

Gäste sprechen Fachkräfte an oder suchen einen ausgewiesenen Ort auf.Gäste schreiben dem zuständigen Team über einen bereitgestellten Meldeweg.

Unterstützung

Beratung und Begleitung im persönlichen Kontakt.Anliegen und Treffpunkt lassen sich zunächst schriftlich abstimmen.

Voraussetzung

Sichtbarkeit, zugängliche Wege und ansprechbares Personal.Ein geeignetes Gerät, eine Verbindung und ein Team, das Meldungen bearbeitet.

Was saferspaces dazu beitragen kann

Mit saferspaces können Veranstaltende einen zusätzlichen Kontaktweg über QR-Codes oder einen Veranstaltungslink bereitstellen. Der Zugang läuft im Browser und erfordert keinen App-Download. Bei einem ortsbezogenen Code erhält das Team den hinterlegten Bereich als Orientierung. Bewegt sich die Person weiter, muss der Treffpunkt im Kontakt aktualisiert werden.

So kann ein Gespräch beginnen, während eine Begleitperson bei der betroffenen Person bleibt. Ob anschließend jemand zum Standort kommt oder eine Begleitung zur Anlaufstelle vereinbart wird, entscheiden die zuständigen Fachkräfte im Austausch mit der hilfesuchenden Person und entsprechend ihrer Möglichkeiten.

Ein solcher Zugang ist ein Vorschlag für Volksfestkonzepte. Die genannten Angebote in München und Landsberg dienen hier als fachliche Beispiele; daraus ergibt sich keine Aussage über einen Einsatz von saferspaces dort.

Erreichbarkeit gemeinsam mit Kapazität planen

Soll ein Team zusätzlich Meldungen aus dem Gelände bearbeiten, braucht es dafür eingeplante Zeit und klare Aufgaben. Wer hält den Kontakt? Wer kann hinausgehen? Wie bleibt die Anlaufstelle besetzt? Ein zusätzlicher Kanal macht diese Entscheidungen notwendig.

Zum Konzept gehören auch verständliche Hinweise auf Einsatzzeiten und alternative Ansprechstellen. Persönliche Hilfe muss für Gäste ohne nutzbares Smartphone erreichbar bleiben. Der Maßstab ist, ob die verschiedenen Wege im konkreten Betrieb zusammenpassen.

Fazit

Ein Safe Space lebt von der Arbeit der Menschen vor Ort. Ein gut eingebundener digitaler Zugang kann diese Arbeit unterstützen: indem Gäste ihr Anliegen mitteilen und mit dem Team den nächsten Schritt abstimmen können. Dafür planen Volksfestveranstaltende Kontaktwege und Betreuungskapazität gemeinsam.